Was erwarten britische Schulen eigentlich von EdTech?
Wichtige Erkenntnisse aus der Veranstaltung „Empowering EdTech Innovators“ von Bett und BESA
An Innovationen hat es im EdTech-Sektor noch nie gemangelt. Doch für Schulen, die mit knappen Budgets und zunehmendem Druck arbeiten, geht es nicht darum, was Technologie leisten kann. Es geht darum, welchen Unterschied sie bewirken kann.
Bei der Veranstaltung „Empowering EdTech Innovators“ von Bett und BESA setzten sich führende Persönlichkeiten aus dem Bildungsbereich mit den Realitäten des heutigen britischen Marktes auseinander. Dabei stützten sie sich auf Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus erster Hand, um zu untersuchen, welche Faktoren die Technologieentscheidungen von Schulen beeinflussen und was EdTech-Unternehmen verstehen müssen, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.
Probleme zu lösen ist wichtiger als Funktionen zu verkaufen
Schulen treffen Entscheidungen im Bereich Technologie heute aus einer ganz anderen Perspektive als noch vor einigen Jahren.
Die im Rahmen der Veranstaltung vorgestellten Forschungsergebnisse zeigten, dass die Investitionen in EdTech real zwar weitgehend stabil geblieben sind, die Nachfrage jedoch weiterhin die verfügbaren Budgets übersteigt. Jede Kaufentscheidung wird genauer unter die Lupe genommen, wobei Produkte, die ihren Nutzen eindeutig nachweisen können, stärker im Fokus stehen.
Die Entlastung der Lehrkräfte, die Förderung der Inklusion, die Verbesserung von Unterricht und Lernen sowie die Optimierung des Schulbetriebs haben durchweg einen höheren Stellenwert als reine Kosteneinsparungen. Schulen wünschen sich Technologien, die ihnen helfen, alltägliche Herausforderungen zu meistern, und nicht einfach nur Produkte mit der längsten Liste an Funktionen.
Für Anbieter bedeutet dies, dass sie den Fokus eher auf die Ergebnisse als auf die Funktionalität legen sollten.
Der Kontext bestimmt den Erfolg
Keine Schule gleicht der anderen, und das gilt auch für ihre technologischen Anforderungen.
Infrastruktur, das Vertrauen der Mitarbeiter, die Führung, die Schwerpunkte des Lehrplans und die digitale Reife – all diese Faktoren beeinflussen, ob ein EdTech-Produkt die beabsichtigte Wirkung erzielt. Eine Lösung, die den Unterricht in einem Umfeld grundlegend verändert, kann in einem anderen Umfeld weitaus weniger effektiv sein.
Anstatt nach einem allgemeingültigen Beweis dafür zu suchen, dass ein Produkt überall funktioniert, suchen Schulen oft nach Belegen dafür, dass es in Kontexten funktioniert, die ihren eigenen ähnlich sind.
Das Verständnis dieser Unterschiede und die Vermittlung von Informationen darüber, wo ein Produkt am wirksamsten ist, hilft Schulen dabei, fundiertere Entscheidungen zu treffen.
Schulen legen ebenso viel Wert auf Geschichten wie auf Statistiken
Die wissenschaftliche Forschung spielt zwar eine wichtige Rolle, doch die Schulen wünschen sich auch praktische Beispiele, mit denen sie etwas anfangen können.
Authentische Fallstudien, Beispiele aus dem Unterricht und ehrliche Berichte über die Umsetzung helfen Pädagogen dabei, sich vorzustellen, wie sich Technologie in ihr eigenes Umfeld einfügen könnte. Diese Beispiele vermitteln oft das nötige Selbstvertrauen, um den Schritt vom Interesse zur tatsächlichen Nutzung zu vollziehen.
Für EdTech-Anbieter kann der Aufbau einer umfangreichen Sammlung von Erfolgsgeschichten aus der Praxis genauso wertvoll sein wie die Veröffentlichung von beeindruckenden Leistungskennzahlen.
Der Support endet nicht nach der Implementierung
Der Kauf von Technologie ist nur der erste Schritt. Langfristiger Mehrwert entsteht erst dadurch, dass man Schulen dabei unterstützt, diese erfolgreich einzusetzen.
Die im Rahmen der Sitzung vorgestellten Forschungsergebnisse deuteten auf eine wachsende Nachfrage nach Fortbildungen hin, die speziell auf Bildungstechnologie ausgerichtet sind. Da digitale Tools immer ausgefeilter werden, suchen Schulen nach Anleitungen, die dem Personal helfen, Technologie sicher und effektiv in den Unterricht zu integrieren.
Schulungen, Einarbeitung und reaktionsschneller Kundensupport werden zunehmend als Teil des Produkts selbst angesehen und nicht mehr als optionales Extra.
Beziehungen sind wichtig
Die Technologie entwickelt sich rasant weiter, doch die Grundlagen bleiben dieselben. Schulen suchen nach Partnern, die ihre Herausforderungen verstehen, auf Rückmeldungen eingehen und ihre Produkte im Laufe der Zeit kontinuierlich verbessern.
Die Anbieter, die sich von der Masse abheben, sind diejenigen, die den Kontakt zum Unterricht aufrechterhalten, sich an veränderte Bedürfnisse anpassen und erkennen, dass eine erfolgreiche Umsetzung ebenso sehr von den Menschen wie von der Technologie abhängt.
Für Unternehmen, die auf dem britischen EdTech-Markt wachsen möchten, könnte das Verständnis für Schulen der größte Wettbewerbsvorteil überhaupt sein.
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