Drei Möglichkeiten, Ihren Unterricht inklusiver zu gestalten
Ganz gleich, ob Sie als SEND-Beauftragte, Klassenlehrerin oder -lehrer oder als Lernbegleiterin oder -begleiter im Einzelunterricht tätig sind – der Wunsch, dafür zu sorgen, dass sich alle Kinder entfalten können, durchzieht jeden Aspekt des Schulalltags. Die Bereitstellung hervorragender SEND-Angebote ist ein wesentlicher Bestandteil davon, und als Fachkräfte im Bildungswesen greifen wir auf bewährte Maßnahmen, Ressourcen und Unterstützungsnetzwerke zurück, um Kinder mit den unterschiedlichsten zusätzlichen Bedürfnissen zu fördern.
Die Charles-Dickens-Grundschule in Southwark wird von einer überdurchschnittlich hohen Zahl von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf besucht, weshalb ein besonderer Schwerpunkt darauf liegt, wo immer möglich, ein inklusives Lernumfeld für alle Kinder zu schaffen.
Dieser Ansatz basiert auf drei wesentlichen Schritten:
Akademische Unterstützung
In Fachbereichen wie Mathematik, Naturwissenschaften und Geografie müssen Kinder mit fachspezifischen Wörtern und Ausdrücken vertraut sein, um den Lehrplan zu verstehen und Fortschritte zu erzielen. Für Schüler, die noch nicht über den erforderlichen Wortschatz oder die nötigen Verarbeitungsfähigkeiten verfügen, um voll und ganz am Unterricht teilzunehmen, kann dies schwierig sein. Daher können Maßnahmen, die das Risiko eines Rückstands verringern, hilfreich sein.
Eine auf Inklusion ausgerichtete Schule könnte symbolische Darstellungen nutzen, um Lernziele direkt zu fördern und dazu beizutragen, dass sich Kinder mit zusätzlichen Bedürfnissen nicht ausgegrenzt fühlen. Visuelle Hilfestellungen in Form von Symbolen sind eine einfache Möglichkeit, alle Kinder zu unterstützen und einzubeziehen.
Symbole können die einfachen visuellen Darstellungen der gesprochenen und geschriebenen Wörter und Ausdrücke ergänzen, die in den meisten Schulen regelmäßig verwendet werden. Mit der Zeit werden sie genauso wiedererkennbar wie der Schulleiter oder der beste Freund eines Kindes.
An der Charles-Dickens-Grundschule werden Symbole eingesetzt, um fachspezifische Vokabeln wie „Stromkreis“, „Spannung“ und „Leiter“ bereits einige Wochen vor dem entsprechenden Unterrichtsthema zu vermitteln. So erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihr Wissen und ihr Gedächtnis in Bezug auf diese Begriffe aufzubauen, bevor sie im Unterricht darauf stoßen.
Lehrkräfte nutzen regelmäßig Worttabellen für Fachbegriffe und fügen für jeden Begriff passende Symbole hinzu, damit diese für Kinder mit Sprach-, Sprech- und Kommunikationsbedürfnissen sofort besser zugänglich sind. Visuelle Worttabellen können vor dem Unterricht online erstellt und dann auf einer Tafel angezeigt werden, sodass die Schüler sie während des Unterrichts sehen können. Da der Wortschatz der gesamten Klasse im Vorfeld vermittelt wird, konnte die Schule wichtige Lücken im Wortschatz schließen, während die Kinder die einzelnen Jahrgangsstufen und Schlüsselstufen durchliefen, und ihnen so einen Vorsprung zu Beginn eines neuen Schuljahres verschaffen.
Reibungslose Übergänge
Kinder sind oft glücklicher, konzentrierter und engagierter beim Lernen, wenn sie sich auf Übergänge und neue Ereignisse gut vorbereitet fühlen. Dies ist besonders wichtig für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die angesichts unerwarteter Situationen möglicherweise Ängste entwickeln oder Angst vor dem Unbekannten haben.
In allen Klassenräumen der Charles-Dickens-Grundschule werden „Social Stories“eingesetzt, um Kinder bei neuen oder ungewohnten Erfahrungen zu unterstützen. Vor einem Schulausflug wird beispielsweise eine „Social Story“ in Form eines Comics erstellt, um einem Kind zu verdeutlichen, welche verschiedenen Phasen der bevorstehende Tag mit sich bringen wird – was oft dazu beiträgt, seine Ängste abzubauen.
Die in diesen Materialien verwendeten symbolischen Darstellungen lassen sich zudem leicht an das jeweilige Kind oder die jeweilige Situation anpassen, beispielsweise durch die Verwendung unterschiedlicher Hautfarben, Haustiere und Kleidungsvorlieben. Dadurch fällt es dem Kind leichter, sich sofort in der Geschichte wiederzuerkennen, was das Angstniveau noch weiter senkt. Soziale Geschichten können online erstellt und ausgedruckt oder auf einem Tablet angezeigt werden, sodass verschiedene Szenarien leicht zugänglich sind.

Wir verwenden in jedem Klassenzimmer und in jeder Altersstufe dieselben Symbole, um sicherzustellen, dass die Symbole, mit denen Ereignisse erklärt werden, den Kindern beim Übergang durch die verschiedenen Entwicklungsstufen vertraut und beruhigend wirken. Dies erleichtert allen Kindern den Übergang. Zur Erstellung der Symbolbilder nutzen wir Widgit.
Individuell angepasste und visuelle Hilfsmittel
Als eine der„Behaviour Hub“-Schulen des Bildungsministeriums (DfE) hat die Charles-Dickens-Grundschule mithilfe visueller Hinweise ein inklusiveres Umfeld geschaffen und so dazu beigetragen, positives Verhalten zu fördern. Die Symbole kamen in jedem Klassenzimmer, in jeder Jahrgangsstufe und praktisch in jedem Fach zum Einsatz – von Englisch und Mathematik bis hin zu Naturwissenschaften und Sport.
Unsere Bingo-Karten zum Thema „positives Verhalten“ haben den Kindern wirklich dabei geholfen, sich mit dem Ethos und den Werten der Schule auseinanderzusetzen. Sie enthalten Wörter und symbolische Bilder, die Handlungen wie fleißiges Arbeiten, aufmerksames Zuhören und freundliches Verhalten darstellen.
Den Kindern hat es großen Spaß gemacht, wenn sie bei all diesen Aktivitäten in der Schule beobachtet wurden, und sie wurden dafür belohnt, dass der Lehrer ihre Spielkarten abhakte. Eine der Stärken dieses Ansatzes besteht darin, dass die Karten auf die Bedürfnisse einzelner Schüler und Gruppen zugeschnitten werden können. So kann man eine bestimmte Aktion auf der Karte festlegen, wie zum Beispiel „die Hand heben“ oder „sich an einer Diskussion beteiligen“, um ein schüchternes Kind zu mehr Selbstvertrauen zu ermutigen. Ich habe aus erster Hand beobachtet, wie die Zahl der Lehrer, die Unterstützung und Anleitung beim Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten benötigten, nach der Einführung der Bingo-Karten zurückging.

Nächste Schritte
Da unsere Schulgemeinschaft weiter wächst und wir Kinder mit immer vielfältigeren Bedürfnissen kennenlernen, werden sich auch unsere Strategien zu ihrer Förderung weiterentwickeln. Auch wenn wir nicht jede Eventualität vorhersehen können, wissen wir doch, dass wir durch die Schaffung eines inklusiven Unterrichtsumfelds jedem Kind helfen, sich in der Schule wohl und gut aufgehoben zu fühlen.
Will Cannock – Biografie
Will ist Leiter des Bereichs „MAT SEND“ beim „Charter Schools Educational Trust“ und war zuvor SENDCo an der Charles-Dickens-Grundschule, einer der vom Bildungsministerium (DfE) ausgewählten „Behaviour Hub“-Schulen.

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