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26. März 2026

SEND am Scheideweg: Wichtige Erkenntnisse zu politischen Reformen und inklusiver Bildung

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SEND am Scheideweg: Wichtige Erkenntnisse zu politischen Reformen und inklusiver Bildung

Auf der Bett UK 2026 kam eine Runde führender Experten zusammen, um eine der drängendsten Herausforderungen im heutigen Bildungswesen zu erörtern: die Zukunft des Bereichs „Sonderpädagogischer Förderbedarf und Behinderungen“ (SEND).

In der Podiumsdiskussion „SEND am Scheideweg: Politische Reformen für eine verantwortungsvolle, nachhaltige und inklusive Bildung“, die von Samantha Booth, der stellvertretenden Chefredakteurin von „Schools Week“, moderiert wurde, setzten sich die Podiumsteilnehmer sowohl mit den unmittelbaren Herausforderungen für die Schulen als auch mit den langfristigen politischen Veränderungen auseinander, die für den Aufbau eines wirklich inklusiven Systems erforderlich sind.

Vor dem Hintergrund einer schwierigen Lage – darunter ein prognostiziertes Defizit im Bereich SEND in Höhe von 14 Milliarden Pfund bis 2028, eine steigende Nachfrage nach EHCPs und zunehmender Druck auf Regelschulen – konzentrierte sich die Diskussion sowohl auf praktische Lösungen als auch auf systemweite Reformen.

Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse:

1. Finanzierungsdruck und die Gefahr von Silos

Ein zentrales Thema war die wachsende Kluft zwischen politischen Zielen und der finanziellen Realität. Tania Tirraoro, Gründerin von „Special Needs Jungle“, wies darauf hin, dass das delegierte SEND-Budget in Höhe von 6.000 Pfund seit 2009 unverändert geblieben ist, was bedeutet, dass sein realer Wert erheblich gesunken ist.

Die Diskussionsteilnehmer äußerten zudem Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Einrichtung von Mainstream-Förderangeboten oder „Einheiten“. Ohne ausreichende Finanzierung, wissenschaftliche Belege und klare Leitlinien besteht die Gefahr, dass diese eher zu einer internen Segregation als zu einer sinnvollen Inklusion führen.

Dr. Sarah Moseley betonte, wie wichtig es ist, dass:

  • Klare Ein- und Austrittskriterien

  • Starke Rechenschaftspflicht

  • Der Schwerpunkt liegt auf Integration statt Isolation

Die Kernaussage war eindeutig: Ohne die richtige Struktur und entsprechende Investitionen könnten diese Ansätze unbeabsichtigt Ungleichheiten verstärken.

2. Das üblicherweise verfügbare Angebot neu überdenken

Die Podiumsdiskussionsteilnehmer forderten die Schulen auf, die Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf nicht länger als bloße Zusatzmaßnahme zu betrachten. Stattdessen sollte Inklusion von Anfang an in die Gestaltung des Lehr- und Lernprozesses integriert werden.

Dr. Moseley wies darauf hin, dass stark textbasierte Lernmaterialien für viele Lernende Hindernisse darstellen können. Indem Schulen verschiedene Formate wie Audio-, visuelle und interaktive Hilfsmittel zum Standard machen, können sie diese Hindernisse frühzeitig abbauen und die Abhängigkeit von EHCPs verringern.

Eine große Herausforderung bleibt jedoch bestehen. Es gibt nach wie vor keine klare, einheitliche Definition dafür, wie „allgemein verfügbare Angebote“ in der Praxis aussehen, sodass Schulen und Kommunalbehörden keine einheitlichen Leitlinien zur Verfügung haben.

3. Schüler durch Technologie stärken

Technologie wurde als entscheidender Faktor für Inklusion dargestellt, sofern sie effektiv eingesetzt wird. Dr. Stella Scharinger erläuterte, wie Technologie den Schülern mehr Eigenständigkeit, Selbstvertrauen und Eigenverantwortung für ihr Lernen vermitteln kann.

Die Podiumsdiskussionsteilnehmer skizzierten drei praktische Grundsätze:

  • Technologie für alle Lernenden zur Selbstverständlichkeit machen. Technologie sollte Teil des Unterrichtsalltags sein und nicht bestimmten Schülern vorbehalten bleiben.

  • Fangen Sie klein an. Einfache Tools wie integrierte Text-to-Speech-Funktionen können sofort Wirkung zeigen.

  • Investieren Sie in das Selbstvertrauen Ihrer Mitarbeiter. Wie Annamarie Hassall MBE, Geschäftsführerin von nasen, betonte, sind fortlaufende Fortbildungen unerlässlich, um sicherzustellen, dass sich die Mitarbeiter im Umgang mit Technologie im realen Unterrichtssituationen sicher fühlen.

Eine weitere Herausforderung, die erörtert wurde, war die Infrastruktur. Der ungleiche Zugang zu zuverlässigem WLAN und Breitbandanschlüssen schränkt das Potenzial der Technologie in einigen Schulen und Gemeinden weiterhin ein.

4. Letzte Aufrufe im Vorfeld des SEND-Weißbuchs

Zum Abschluss der Podiumsdiskussion auf der Bett UK 2026 richtete jeder Diskussionsteilnehmer im Vorfeld des bevorstehenden SEND-Weißbuchs eine Kernbotschaft an die Regierung:

  • Die Rechte der Kinder schützen. Tania Tirraoro sprach sich für eine angemessen finanzierte Frühförderung aus, anstatt die Leistungen zu kürzen.

  • Bildung für eine digitale Zukunft neu gestalten. Annamarie Hassall forderte einen systemweiten Ansatz, bei dem SEND im Mittelpunkt steht

  • Für Klarheit und Verantwortlichkeit sorgen. Dr. Sarah Moseley betonte die Notwendigkeit klarer Definitionen für inklusive Praxis.

  • Das Kind muss im Mittelpunkt stehen. Dr. Stella Scharinger betonte, wie wichtig es ist, bei jeder Entscheidung den Aspekten der Gerechtigkeit und des Zugangs Vorrang einzuräumen.

Diese Veranstaltung auf der Bett UK 2026 war ein klarer Aufruf zum Handeln. Die Schaffung eines nachhaltigen und inklusiven SEND-Systems erfordert:

  • Eine klare und einheitliche Richtlinie

  • Sinnvolle Investition

  • Selbstbewusste und gut unterstützte Pädagogen

  • Das Bekenntnis, Bildung von Anfang an für jeden Lernenden zu gestalten

Denn wenn Inklusion von Anfang an fest verankert ist, profitieren alle davon.

In der gesamten Bett-Community stellen sich Pädagogen, Führungskräfte und Fachleute bereits täglich diesen Herausforderungen, erproben neue Ansätze, passen das Angebot an und finden heraus, was für ihre Lernenden wirklich funktioniert. Wie geht Ihre Einrichtung mit dem SEND-Angebot um? Vor welchen Herausforderungen stehen Sie, und was bewirkt wirklich etwas?

Beteiligen Sie sich an der Diskussion, teilen Sie Ihre Erfahrungen und gestalten Sie mit, wie inklusive Bildung in Zukunft aussehen soll.

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