Inklusive Innovation: Wie PedTech die Sonderpädagogik landesweit prägt
Seit über 40 Jahren ringt die Branche damit, die Auswirkungen von EdTech zu messen, und stützt sich dabei oft zu stark auf starre Daten oder vereinzelte Anekdoten. Diese Veranstaltung auf der Bett UK 2026 bot etwas anderes: eine klarere, selbstbewusstere Darstellung, die auf Belegen, Erfahrungen und einem gemeinsamen Verständnis davon basiert, wie hervorragender Unterricht aussieht und wie EdTech die Sonderpädagogik landesweit prägt.
Referenten:
Dr. Fiona Aubrey-Smith, Gründerin von PedTech
John Murphy, EducPeter Reeves, Leiter für digitale Bildung – Cavendish Education
Sarah Hand, Leiterin des Bereichs „System Leadership“ – Mit Lernen die Zukunft gestalten
James Roach, Geschäftsführer – Mentor und Berater für integrative Führung bei MATational.
Alles beginnt mit der Pädagogik
Die Botschaft kam schon früh an und blieb dem Publikum während der gesamten Veranstaltung im Gedächtnis. Technologie sollte dem Lernen dienen, nicht umgekehrt.
Bei einem „Pedagogy-First“-Ansatz geht es um die Absicht. Es geht darum zu wissen, wann digitale Tools das Lernen sinnvoll unterstützen und erweitern können. Bildschirmleseprogramme, die den Zugang erleichtern. Echtzeitübersetzungen, die das Verständnis fördern. Videomodelle, die angehalten, wiederholt und in einem für jeden Lernenden passenden Tempo eingebettet werden können.
Genauso wichtig ist es jedoch, zu wissen, wann man einen Schritt zurücktreten muss.
Im Raum herrschte eine erfrischende Ehrlichkeit. Nicht alles muss über einen Bildschirm laufen. Manchmal findet das wirkungsvollste Lernen durch Gespräche, Zusammenarbeit oder einfach dadurch statt, dass man sich im Freien aufhält. Die wahre Kunst besteht darin, das richtige Werkzeug für den richtigen Lernenden zum richtigen Zeitpunkt auszuwählen.
Und wenn dieses Gleichgewicht stimmt, folgt daraus Gerechtigkeit.
Bildschirmzeit neu überdenken
Einer der meistdiskutierten Momente der Sitzung befasste sich mit einer Frage, die nach wie vor die Schlagzeilen beherrscht: Verbringen Kinder zu viel Zeit vor Bildschirmen?
Auf der Grundlage von Daten von Tausenden von Lernenden, Eltern und Lehrkräften stellte die „National PedTech Partnership“ die gängigen Vorstellungen der Realität gegenüber.
Während viele Eltern glauben, dass ihre Kinder den Großteil des Schultages mit elektronischen Geräten verbringen, zeichnen die Daten ein anderes Bild. Die jüngsten Schüler nutzen digitale Geräte etwa 8 % ihres Tages. Bei Grundschülern liegt dieser Anteil bei knapp 16 %. Selbst in der Sekundarstufe bleibt er unter einem Drittel.
Die eigentliche Erkenntnis ging jedoch über die Zahlen hinaus. Nicht jede Bildschirmzeit ist gleich.
Zu Hause ist das Lernen oft passiv und stellt geringe Anforderungen. In der Schule ist es zielgerichtet gestaltet. Es erfordert Nachdenken, Interaktion und Engagement. Kurze Rückkopplungsschleifen, aktive Beteiligung und sinnvolle Zusammenarbeit tragen allesamt zu einem tieferen Lernerfolg bei.
Hier geht es nicht um Bildschirmzeit um der Bildschirmzeit willen. Hier geht es um gezieltes Lernen.
Wie sich Auswirkungen tatsächlich zeigen
Was die Veranstaltung so lebendig machte, waren die bereits in den Schulen zu beobachtenden praktischen Auswirkungen.
Bildungseinrichtungen, die diesen Ansatz im Laufe der Zeit fest verankert haben, verzeichnen nachhaltige Verbesserungen bei den Lernergebnissen, insbesondere bei benachteiligten und schutzbedürftigen Lernenden.
An der Abingdon House School hat dies zu einem grundlegenden Wandel geführt. Schüler mit komplexen Bedürfnissen schließen nun die GCSE-Prüfungen ab – etwas, das zuvor nicht zu erwarten war.
Und die Vorteile gehen weit über die Ergebnisse hinaus.
Pädagogen berichten von einer höheren Motivation, einem stärkeren Zugehörigkeitsgefühl und weniger Verhaltensproblemen. Der Unterricht wirkt inklusiver, aufmerksamer und verbundener.
Am auffälligsten waren vielleicht die Kosten. Um eine Wirkung dieser Größenordnung zu erzielen, fallen monatlich etwa 12 bis 17 Pfund pro Lernendem an. Eine geringe Investition für eine sinnvolle und nachhaltige Veränderung.
Eine Herausforderung für die Branche
Als die Sitzung zu Ende ging, verlagerte sich das Gespräch von der Debatte hin zur Ausrichtung.
Die Frage ist nicht mehr, in welchem Umfang wir Technologie im Bildungswesen zulassen sollten. Die Frage ist vielmehr, wie zielgerichtet wir sie einsetzen.
Denn wenn es gut gemacht wird, ist die Wirkung nicht nur theoretischer Natur. Sie zeigt sich bereits in den Klassenzimmern, in den Lernergebnissen und im Selbstvertrauen der Lernenden, die endlich so gefördert werden, wie sie es brauchen.
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